Sonntag, 21. Januar 2018

Klartextquickie - Der Hund muss wissen, was er nicht darf. Und was darf er?

Der Hund muss wissen, was er nicht darf. Macht er etwas, was er nicht darf, erntet er eine unangenehme Konsequenz. Er wird angeschrien, man zwickt ihm in die Seite, man gibt ihm einen Klaps, man zischt ihn an.
Strafe, wenn der Hund etwas macht
Die Kreativität der vom Menschen ausgedachten unangenehmen Konsequenzen ist groß. Um dem Hund deutlich zu zeigen, was er alles nicht darf. Das ist immer noch gängige Realität in der deutschen Hundeerziehung.
Strafe, wenn der Hund etwas nicht macht
Der Hund muss machen was der Mensch von ihm verlangt. Macht er etwas nicht, was von ihm verlangt wird, muss er mit einer unangenehmen Konsequenz rechnen. Setzt er sich nicht auf „Befehl“, wird er angebrüllt, in die Seite gezwickt, er bekommt einen Klaps oder wird angezischt.
Unangenehme Konsequenz, wenn er etwas in Menschenaugen falsch macht oder wenn er etwas nicht macht. Realität. Immer noch.
Was soll er machen?
Wie wäre es, wenn man dem Hund erst einmalmal mittteilt, was er machen soll, anstatt ihn dafür zu strafen, wenn er etwas falsch oder nicht macht. Irgendwie unfair und paradox und fast schon pervers. Ein Lebewesen etwas falsch machen lassen, es dann strafen und wollen, dass es danach etwas anderes macht. Das ist so, als ob man einen Schüler die Matheaufgabe falsch machen lässt, ihm dann auf die Finger haut und ihm nachher sagt, wie es richtig sein sollte. 
(c) fotolia - freehandz
Was will der Mensch? Fairness?
Also, es ist weitaus fairer und auch plausibler, einem Hund mitzuteilen, was man von ihm möchte, als ihn dafür zu bestrafen, dass er etwas falsch macht. Wie man ihm das mitteilt? Nun, die ausführlich seriöse Erläuterung ist für einen Quickie zu lang. Aber trotzdem einfacher als man denkt. Es hat etwas mit angenehmen Konsequenzen für „richtiges“ Verhalten zu tun. Und mit Fairness gegenüber einem Lebewesen, das bereitwillig lernen möchte. Es muss nur wissen, was der Mensch will…

Dienstag, 16. Januar 2018

Klartextquickie - Spielverhalten zeigen heißt nicht immer spielen wollen

Hunde wollen nicht immer mit anderen Hunden spielen. Auch wenn Hunde bei Begegnungen Spielverhalten zeigen, muss dies nicht zwangläufig Freude und Spielbereitschaft ausdrücken.

Spielverhalten wird von Hunden auch gezeigt, wenn sie unsicher sind und einem fremden Gegenüber ihre Friedlichkeit mitteilen möchten.
Sie möchten in erster Linie einen Konflikt vermeiden. Situativ gesehen – das heißt nicht, dass es nicht auch ernsthafte Spielaufforderungen gibt – vor allem bei befreundeten und bekannten Hunden.
(c) fotolia - Mark Stay


Aber auf keinen Fall sollte man Spielverhalten immer als „der will doch nur spielen“ deuten. Es kann eine Übersprungshandlung sein, ein Zeichen von Unsicherheit und/oder der Konfliktvermeidung. Man muss immer den Kontext betrachten und die Hunde situativ und individuell einschätzen.

Montag, 8. Januar 2018

Klartextquickie - Uriniert uns ein Hund aus Protest vor die Füße?

(c) fotolia - Roman Dekan
Nein, ein Hund pinkelt uns nicht aus Protest vor die Füße. Wenn Hunde in Aufregung geraten, ist in solchen Situationen hormonell auch die Steuerung des Wasserhaushaltes und der Blase beteiligt.
Das klassische „aus Angst in die Hose machen“ beruht auf dem Prinzip.

Den Hund dafür zu „maßregeln“, wenn er uns vor Aufregung vor die Füße pinkelt, ist also kontraproduktiv und in hohem Maße ungerecht.

Man sollte eher die Gründe für die Aufregung, für die Ängste ins Visier nehmen und sie so gut es geht abstellen. Oder gesundheitliche Gründe prüfen.

Einen Hund allerdings für ein Malheur zu strafen, welches durch unangenehme Gefühle begründet wurde bringt nicht nur nichts. Es bedeutet für den Hund noch mehr unangenehme Gefühle und noch mehr Stress.

Zusätzlich veranlasst es den Hund auch dazu, das Vertrauen in seinen Menschen zu verlieren…


Mittwoch, 3. Januar 2018

Klartextquickie - Wenn der Hund nicht sitzen will

Nein, wenn ein Hund sich auf einem Weihnachtsmarkt nicht auf Kommando hinsetzt, sondern immer wieder aufsteht und sich bewegen möchte, stellt er nicht die „Rangordnung“ infrage.

Viel wahrscheinlicher ist es, dass er vom Stress des Marktes den innerlichen Drang hat, durch Bewegung den Stress abzubauen. Das ist sitzend nicht möglich.

Man unterdrückt dadurch die Lösungsstrategie des Hundekörpers, die Stressbelastung zu bewältigen.

Vielleicht möchte der Hund aber auch nicht mit seinem Hintern auf dem nassen und kalten Boden sitzen. Vielleicht plagt ihn aber auch irgendein Schmerz, der ihn am Sitzen hindert. Es gibt viele, individuelle Gründe, warum ein Hund sich nicht setzt, wenn das „Kommando“ ertönt.

Der blödsinnigste, angenommene Grund ist aber der, dass der Hund so etwas wie eine Rudelführung übernehmen will…


(c) fotolia - Igor Zakowski

Klartextquickie - Rangordnung und Führung bei Hundebegegnungen

Nein, wenn ein unsicherer, ängstlicher Hund einen anderen Hund beim Spaziergang anknurrt, will er keine Rangordnung klären. Wozu auch, er lebt mit dem Fremden nicht zusammen und sieht ihn vielleicht nie wieder.

Der knurrende Hund sagt nur, dass er keinen Kontakt wünscht. Die natürlichste, vernünftigste und beste Lösung in dem Fall ist, ihm den Wunsch zu gewähren und ihn aus der unangenehmen Situation herauszuführen.

Das untergräbt auch nicht die menschliche „Führungsrolle“. Im Gegenteil, wir zeigen dem Hund, dass wir ihn verstehen und ernst nehmen. Also jemand sind, dem man gern freiwillig folgt…


(c) fotolia - Igor Zakowski

Fehldiagnose von Hundeexperten: Der bellende Kleinhund und die Chefrolle

Bei Hunden wurden diverse Eigenschaften verstärkt, um für den Menschen nützlich zu sein. Zum Beispiel müssen, oder besser mussten einige R...