Donnerstag, 12. Mai 2016

Der Problemhund


Das Wort Problemhund hört man immer wieder. Doch was ist das eigentlich, so ein Problemhund? Ist das der Jagdhund, dessen Jagdverhalten durch Züchtung verstärkt wurde? Und der jetzt nicht wie bei der Anschaffung geplant als Familienhund ohne Leine gemütlich mit der Familie durch Felder und Wiesen trottet? Oder ist es der Hund mit der Rassegeschichte eines Kleinhundes, der früher Eindringlinge melden sollte. Und der in seinem heutigen Heim mit hektischer Umgebung alles ankläfft, was sich bewegt? Oder ist es der Herdenschutzhund, der als moderner Knuddelbär angeschafft wurde? Und nun in großer Selbstständigkeit seiner ursprünglichen Zucht entspricht, und sein Territorium, seine „Herde“ vor jedem Fremden beschützt?
Wenn wir ehrlich sind und mal von den Hunden absehen, die durch äußere Einflüsse (z. B. schlechte Behandlung durch den Menschen) oder gesundheitlich bedingt tatsächlich ein nicht ganz umweltkonformes Verhalten zeigen, sind die meisten Problemhunde keine Problemhunde. Wir Menschen habe nur ein Problem mit den Eigenschaften, die wir bei ihnen durch Selektion, durch Züchtung verstärkt haben. Einst vom Menschen gewünschtes Verhalten wird nun in der modernen Gesellschaft zum Problem. Weil der jagende Jagdhund seltener gefragt ist, der meldende Kleinhund ein Ärgernis ist und der beschützende Herdenschutzhund nicht schützen darf.
Und wenn der Hund dann das macht, was er aufgrund der Züchtung machen sollte, was aber nicht mehr in die Zeit und das Umfeld passt, wird er gemaßregelt – weil er ja machen muss, was der Mensch von ihm verlangt. Und nicht zum „Rudelführer“ werden darf.
Irgendwie logischer wäre es wohl, wenn man an dieser Stelle von Problemmenschen sprechen würde.
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Achja – mir geht es hier nicht darum, was man gegen diese „Probleme“ unternehmen kann. Das ist, wenn der Hund nun einmal schon da ist, eine Frage von Training, Veränderung von Blickwinkeln oder auch schlicht Akzeptanz. Hier ist es mir wichtig, dass man fair mit Hunden umgeht und Sie nicht zu Problemhunden macht, nur weil sie so sind, wie wir Menschen sie gemacht haben.

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