Montag, 26. Januar 2015

Solidarität mit Plastikflaschen-Hundetrainern?

Welpe kaut

Ein Welpe, 25 Wochen alt, zerkaut Möbelbeine. Die Hundetrainerin sagt den Besitzern, dass der Welpe wissen müsse, was er darf und was nicht. Während ihres Hausbesuchs zeigt der Welpe das Verhalten. Die Trainerin geht hin, reißt den kleinen Hund vom Tischbein weg und hält ihm die Schnauze zu. Sie drückt anscheinend so stark, dass es dem Hund starke Schmerzen bereitet. Er kann aufgrund der der zugehaltenen Schnauze nicht schreien – doch trotzdem fiept er (nach Aussage der Besitzer laut hörbar) und zappelt stark…
Welpe bellt
Ein Welpe, 26 Wochen alt, darf sich oft im Vorgarten aufhalten. Einem Vorgarten, der direkt an der Zuwegung zu einer Grundschule liegt. Immer, wenn die Kinder zur Schule gehen, oder von ihr zurückkommen, bellt der kleine Hund. Eine Hundetrainerin sagt den Besitzern, der Welpe müsse wissen, was er darf und was nicht. Als Kinder am Zaun vorbeigehen, der Welpe bellt, kommt die Hundetrainerin von außerhalb des Zaunes, beugt sich zum Hund und haut ihm auf die Nase…
Welpe beißt
Ein Welpe, 26 Wochen, beißt am Abend eine Besucherin, die sich zu ihm hinunterbeugt und ihn streicheln möchte.
Plastikflasche
Ein Welpe, 27 Wochen alt, läuft auf jeden Besucher zu und versucht zu beißen. Das hat er mit 24 Wochen noch nicht gemacht. Eine Hundetrainerin sagt, dass man dem Hund klar kommunizieren müsse, dass er das nicht darf. Wenn Besucher die Wohnung betreten und er in dessen Richtung läuft, wirft sie eine Plastikflasche nach dem Hund – und trifft ihn auch.
Das war übrigens immer derselbe Hund…
Besuch unmöglich
Ein junger Hund, ca. 10 Monate alt, lässt keine Fremden mehr ins Haus und attackiert jeden direkt, ohne Körpersprache – Bisse in Füße und Hosenbeine. Es handelt sich um einen Yorkshire Terrier, was die Gefahr für Menschen übersichtlich macht. Das Verhalten ist aber mehr als „unschön“…
(c) PixelQuelle
Das ist übrigens derselbe Hund wie vorher…
Ein Fall, den ich aktuell wieder geradebiegen muss. Ein Fall, von vielen ähnlich gelagerten, mit denen ich konfrontiert werde. Und diese Fälle machen mich regelmäßig wütend.
Kleine Probleme falsch behandelt – große Probleme verursacht
Dem 25 Wochen alten Welpen, der gerade im Zahnwechsel war, wurde die Schnauze zugehalten. Von einer fremden Besucherin. Und im Zahnwechsel kann man davon ausgehen, dass diese Behandlung besonders schmerzhaft ist. Wie der Zahnwechsel an sich auch. Darum kauen Welpen auch gern an etwas herum, das kompensiert den Schmerz, macht ihn erträglicher. Wenn man ihm in dieser Zeit eine Kaualternative gibt, etwas aus Kautschuk etc. und zudem Tischbeine absichert, irgendetwas vielleicht metallisches davorstellt. Was sich zum Ankauen nicht eignet. Dann erledigt sich die Kauphase von ganz allein. In diesem Fall hat die Trainerin allerdings bewirkt, dass der Hund Fremde im Haus in sehr schlechter Erinnerung behält.
Ebenso, wie durch ihren Schlag am Zaun. Eine Fremde beugt sich über den Zaun und haut dem Hund auf die Nase. Ich komme beim Gedanken daran nicht mehr aus dem Kopfschütteln heraus. Man hätte hier den Hund einfach nicht rauslassen sollen, wenn die Kinder in Massen vor dem Garten herliefen. Und mit ihm dann zu anderer Zeit in Ruhe ein alternatives Verhalten, anstatt dem Bellen, zu trainieren. Wichtig ist aber, dass der Hund mit den vorbeigehenden Kindern und mit Fremden generell keine schlechten, oder gar schmerzhaften Erfahrungen verknüpft. Was er aber schon mehrfach erleben musste – mit dieser Trainerin.
Als dann am gleichen Tag eine weitere, fremde Besucherin kam und sich zu ihm bückte, wollte er sich einen weiteren Schmerz ersparen und biss zu. Worauf die Besucherin zurückzog – Lerneffekt des Hundes: „Ich kann mir Schmerzen, die Fremde anscheinend verursachen, mit beißen vom Hals halten.“ Ein Kreislauf begann, der sich durch Plastikflaschen und damit verbundener Bestätigung, dass Fremde unangenehm sind, immer weiter drehte. Ein Kreislauf, der dort gipfelte, wo ich jetzt ansetzen muss. Und ich möchte es in aller Deutlichkeit sagen. Der Kreislauf begann mit der fragwürdigen Behandlung durch die Hundetrainerin. Es wurden ernsthafte Probleme geschaffen. Vollkommen unnötig…
Mein Job ist es jetzt erst einmal dem Hund zu vermitteln, dass er Menschen wieder vertrauen kann. Aber das ist weitaus aufwändiger und langwieriger, als das Anrichten des Schadens gebraucht hat.
Solidarität mit der Trainerin?
Da im Moment viel davon geredet wird, dass sich Hundeprofis aufgrund einer Erlaubnispflicht in dem Berufsbereich solidarisieren sollen. Solidarisieren, damit alle, die bis zur Einführung der Erlaubnispflicht schon als „Hundeausbilder“ gearbeitet haben, pauschal eine Art Bestandsschutz erhalten.
Ich solidarisiere mich da gern mit Kollegen, die seit vielen Jahren und mit viel Herzblut in dem Bereich arbeiten. Die sich bilden, sich fortbilden und die immer fair mit den Hunden umgehen. Auch wenn ich in Detailfragen vielleicht nicht immer einer Meinung mit allen Kollegen bin. Natürlich solidarisiere ich mich mit Berufskollegen, deren berufliche Existenz bedroht ist.
Aber ganz ehrlich. Solche Kolleginnen und Kollegen, wie in dem vorher beschriebenen Fall, machen es mir wirklich sehr schwer bis unmöglich, mich mit ihnen zu solidarisieren. Und leider sind solche „Experten“ keine Ausnahmen, wie z. B. in den unten angefügten Links nochmal deutlich wird.
Sicher haben also viele Kolleginnen und Kollegen meine Solidarität. Aber bestimmt nicht alle.
Mit Hunden allerdings solidarisiere ich mich uneingeschränkt…

 

 

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