Mittwoch, 3. September 2014

„Das machen Hunde untereinander auch“ – Zeit für einen Klartext

Wenn Hundetrainer „robust“ mit Hunden umgehen, hört man immer wieder folgende Rechtfertigung: „Hunde gehen auch so miteinander um“. Ein Satz, benutzt von „Haudrauftypen“, die Hunde fast ausschließlich über unangenehme Konsequenzen konditionieren, das aber Kommunikation nennen. Menschen, die in seitenlangen Pamphleten Gewalt rechtfertigen, aber eigentlich simpelsten Radikalbehaviorismus leben und anwenden. Genau die behaupten, dass Hunde auch ständig „robust“ miteinander umgehen würden.

Robust miteinander bei unnatürlichem Leben
Nein, wenn wir mal das Spiel und Fortpflanzungsverhalten außen vor lassen, gehen Hunde in ihrem sozialen Verhalten nicht so miteinander um. Hunde gehen meist freundlich miteinander um, kontrollieren sich nicht ständig, reglementieren sich nicht ständig – und vor allem nicht ständig über Härte. So gehen nur Hunde miteinander um, die schlecht sozialisiert wurden, oder die so gehalten werden, dass zu viele von ihnen auf engstem Raum leben und/oder die sich nicht mögen. Sie sich nicht aus dem Weg gehen können, keinen eigenen Freiraum haben, nicht individuell beschäftigt werden. Sich faktisch 24 Stunden auf dem Fell sitzen – wie Menschen im Gefängnis oder in einem Fernsehcontainer. Da wird sich fast ausschließlich mit sozialem Geplänkel beschäftigt, Emotionen kochen leicht hoch, man ist leichter reizbar, „Mitinsassen“ gehen einem schneller auf die Nerven, Aggressionen werden häufiger gezeigt – der Lagerkoller breitet sich aus. Das hat nichts mit normalem Verhalten zu tun. Das ist den Umständen, der Haltung geschuldet.
Meist freundlich untereinander
Wenn Hunde Rückzugsmöglichkeiten haben, individueller Leben können – dann gehen sie in der Regel freundlich mit Artgenossen ihrer Gruppe um. Hunde gehen unter vernünftigen Haltungsbedingungen weit weniger robust miteinander um, als die „Haudrauf-konditionierenden-Radikalbehavioristen“ mit „Rechtfertigungsgequatsche für Gewalt“ wahr haben möchten. Nun gut, die glauben vermutlich auch, dass die Insassen eines Big Brother Containers sich so wie im normalen Leben verhalten. Vielleicht sollte man die mal einige Monate dort einsperren, damit sie nachempfinden können, wie sich Hunde fühlen, die oft viel zu eng zwangsvergesellschaftet sind. Und die können nicht sagen: „Ich bin ein Hund, holt mich hier raus!“

Das Spiel mit der Angst – Populismus in der Hundehalterwelt

Bei der Beurteilung von Hundeverhalten sollte man es vermeiden, pauschal zu urteilen oder zu bewerten. Wenn ein Hund Menschen oder Artge...