Mittwoch, 4. Dezember 2013

Aggressive Hunde: Dominanz oder Arthrose?

Wenn man tatsächlich mit Menschen und ihren Hunden arbeitet, sammeln sich automatisch Daten an, die den Erfahrungsschatz vergrößern und die man durchaus statistisch verwenden kann – die aber auch Augen und Horizonte öffnen können. So habe ich einmal die Daten zusammengestellt, die mir oft im Zusammenhang mit Hunden und Aggressionen begegnen. Die Fälle, die ich ausgewertet habe, stellten sich folgendermaßen dar: Es ging um Hunde, die aggressives Verhalten (statistisch hier inklusive Drohverhalten wie knurren, obwohl fachlich nicht korrekt als Aggression anzusehen)gegen den Besitzer und Menschen zeigten. Da ich bei einem solchen Verhalten immer zuerst den Tierarztbesuch empfehle, ergeben sich bei Hunden mit dem benannten Verhalten folgende statistische Daten: Hunde, die bei mir vorgestellt wurden und aggressives Verhalten zeigten (wie vorher beschrieben und dem Tierarzt vorgestellt wurden), hatten zu 63 % (!) gesundheitliche Probleme. Es handelte sich dort in erster Linie um Erkrankungen des Bewegungsapparates wie ED, HD oder diverse Arthrosen und Rückenprobleme. Aber auch schmerzhafte Ekzeme der Haut sowie organische Erkrankungen, die den Körper belasten und somit die Reizschwelle heruntersetzen, traten im Zusammenhang mit aggressivem Verhalten auf.
Dies sind zwar keine wissenschaftlichen Daten, sondern reine Statistiken meiner Arbeit. Allerdings zeigen für mich diese Daten auf, dass ein deutlicher Zusammenhang zwischen aggressivem Verhalten und schmerzhaften, bzw. belastenden Erkrankungen oder Verletzungen besteht. Eigentlich keine Sensation – ist bei Menschen ja nicht anders. Nur bei Hunden wird das meiner Meinung nach nicht genug beachtet. Noch schlimmer ist innerhalb dieser Statistik, dass von diesen 63 % der Hunde mit Erkrankungen, vor meinem Hinweis nur ca. ein Drittel schon einmal beim Tierarzt vorgestellt wurde. Die anderen zwei Drittel wurden aber direkt trainiert und dabei mehrheitlich wegen vermeintlicher Dominanzprobleme. Was heißt, Hunde mit Schmerzen, die einfach nur in Ruhe gelassen werden möchten, wurden von irgendwelchen rudelführenden Deppen noch mit Leinenruck, Rappelbüchsen, Nierenzwickern oder ähnlichem Unfug behandelt, um ihnen die Dominanz auszutreiben und ihnen zu zeigen, wer der Boss ist. Zwei Drittel der nachgewiesen durch Krankheit aggressiven Hunde, wurden unterdrückt und aversiv behandelt…
Mir sind diese Erfahrungswerte natürlich bekannt – es ist aber erstaunlich, dass die Erfahrungswerte in Prozentzahlen ausgedrückt auch auf mich einen noch größeren Eindruck machen. Darum möchte ich die Zahlen hier veröffentlichen, damit vielleicht einige Hundehalter, die ein vermeintliches Aggressionsproblem haben, auch mal andere Möglichkeiten für das Verhalten in Betracht ziehen, als dieses überflüssige Dominanz- und Rudelführergerede.  
(c) Fotolia
 

Kommentare:

  1. Danke Herr Riepe. Das deckt sich haargenau mit meinen Erfahrungen im Pferdebereich. Auch da wird getreten, gespornt und geschlagen, wenn etwas nicht klappt, dabei tut den armen Tieren meist nur was weh. Ich hoffe, sehr sehr viele Leute lesen diesen Artikel und ziehen danach auch die richtigen Schlüsse daraus...

    Andrea Arnoldt

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  2. Bei dem Wort Dominanz könnt ich eh immer kotzen!

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  3. Gerade bei plötzlich auftretender Aggression sollte man an schmerzliche Prozesse denken.
    Ich habe mal von einem Löwen gehört, der von einem Mann gross gezogen worden ist und beide hatten ein sehr vertrautes Verhältnis zueinander. Bis der Löwe den Mann irgendwann mal angriff.
    Dieser Trainer war der einzige, der sagte, dass kann nicht sein, da stimmt etwas nicht.
    Der Löwe wurde untersucht und dabei stellte man fest, dass das Tier verfaulte Zähne hatte.
    Die Zähne wurden saniert und alles war wieder in Ordnung. ;)

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  4. Bei einem meiner Betreuungshunde aus dem Tierheim, der bereits zwei Mal schwer gebissen hat, wurden heuer im Frühsommer Arthrosen an Ellbogen und Wirbelsäule festgestellt. Ich glaube zwar nicht dass hier der einzige Auslöser für sein Verhalten zu finden ist, denke aber es hat einen wesentlichen Einfluss vor allem auf seinen zweiten Biss gehabt, der mehr oder weniger plötzlich und ohne Vorwarnung passierte. Eventuell hatte er in dem Moment durch eine bestimmte Bewegung einen akuten Schmerz ausgelöst. Im Nachhinein tut es mir so leid da ich schon ganz am Anfang meiner Betreuungszeit bemerkt habe dass er viel im Passgang läuft, was vermutlich schon ein Anzeichen für Schmerzen im Wirbelsäulenbereich war, dies aber nicht ernst genug genommen habe um im Tierheim eine Untersuchung zu erwirken. Vielleicht hätte man diesem tollen Hund der nun (auch aufgrund seiner Rasse) vielleicht gar kein Zuhause mehr finden wird viel ersparen können, sowohl was das körperliche Befinden angeht als auch dass er nach seinem ersten Aufenthalt im Tierheim zwei mal erneut seinen Platz verloren hat. Ich werde es mir nie verzeihen und den Fehler hoffentlich nie wieder machen. Eine gesundheitliche Abklärung ist ungemein wichtig!

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  5. Wir haben mit Arthrobello eigentlich sehr gute Erfolge gegen Arthrose gemacht - ein natürliches Nahrungsergänzungsmittel, mit 9 natürlichen Inhaltsstoffen.

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