Freitag, 20. April 2012

Riepes Hundetalk dank „Prinzipienreiterei“…

Ich gebe es zu. Eine meiner Eigenschaften, mit denen ich regelmäßig meine Mitmenschen nerve, ist das herumreiten auf Prinzipien. Ob ich das übertreibe oder nicht, oder ob ich manchmal etwas mehr Bereitschaft zu Kompromissen zeigen sollte – das zu beurteilen überlasse ich anderen. Aber eines meiner Prinzipien, von denen ich nur ungern abweiche, ist die Behandlung von Tieren im TV. Nicht, dass ich grundsätzlich etwas gegen Ratgebersendungen etc. hätte. Man muss aber immer bedenken, dass die Aufzeichnung für das Fernsehen wesentlich komplizierter ist, als man denkt. Wenn man z. B. ein kurzes Filmchen eines „Problemhundes“ zeigt, sollte man immer bedenken, was hinter diesem Filmchen steckt. Wenn man Hunde daheim filmt, ist das nicht, dass dort ein Hundeexperte schellt und einen Kameramann bei sich hat, der eine handliche Kamera bei sich trägt. Meist besteht solch ein Filmteam aus 2 Kameraleuten, einem Redakteur und einem Tontechniker. Das Equipment, welches dieses Team mitbringt besteht aus Kameras, teilweise Schulterkameras, einigen aber auch mit Stativ. Dann wird im Haus Licht aufgebaut, sehr helle und sehr warme Scheinwerfer, dann noch die Technik für die Tonaufzeichnung, inkl. Richtmikrofonen etc. Man stelle sich also vor, das Problem eines Hundes soll im häuslichen Umfeld gezeigt werden. 4 Filmleute, Hundeexperte vom TV und jede Menge technisches Equipment werden ins Heim des Hundes gepfercht… Um Aufnahmen filmgerecht hinzubekommen, müssen Einstellungen oft wiederholt werden, weil nicht jede Aufnahme sofort perfekt ist oder nicht so umgesetzt werden kann, wie es vorher geplant wurde. Oft zeigt der Hund dann auch nicht sofort sein Fehlverhalten. Wenn aber das teure Team da ist, müssen auch filmische Ergebnisse her. Man kann sich vorstellen, dass Hunde dann auch mal so gereizt werden, dass sie ein „kamerataugliches Problemverhalten“ zeigen. Und um dann ein 15 bis 20 minütiges Ergebnis zu bekommen, wird gern und gut mal ein ganzer Tag gedreht. Ich überlasse es jedem selbst, darüber nachzudenken, welchem Stress ein Hund bei solchen TV-Aufnahmen ausgesetzt ist. Eines meiner Prinzipien ist und bleibt daher, keinem Hund diesen Stress zuzumuten, nur um ein kamerataugliches Fernsehformat zu bekommen. Auch wenn ich schon bei dem ein oder anderen Format mit ähnlichem Aufbau hätte mitwirken können, hat mich meine Prinzipienreiterei in diesen Fällen immer davon abgehalten, bei so etwas teilzunehmen.


Menschen erreichen mit anderem Format
Aber trotzdem halte ich das TV für ein geeignetes Medium, Menschen zu erreichen und dadurch auch etwas Positives für die Hunde zu tun. Aber bitte nicht reißerisch und aktionsgeladen, nur um der Quote willen.
Um also Informationen rund um den Hund einmal in einem anderen Format zu präsentieren, habe ich „Riepes Hundetalk“ entwickelt. Es handelt sich da um ein Gespräch zwischen mir und einem anderen Hundeexperten, wo ein bestimmtes, für den Zuschauer interessantes Thema, besprochen wird. Der Talk wird untermalt von Einspielern, die passend Hunde und Hundeaktionen zeigen, die gerade zum Gespräch passen. Alle Hundefilme wurden beiläufig gefilmt, ohne die Hunde zu stressen.„Riepes Hundetalk“ soll ein informatives Gespräch über Hunde sein, ohne Hunde vorzuführen oder für den Bildeffekt zu stressen.
Kabelfernsehen und Lifestream
Der TV-Lernsender NRWISION hat das Format in sein Programm aufgenommen. Dort wird das Format getestet und entwickelt, zunächst sind in 2012 drei Sendungen geplant.
NRWISION kann man in NRW im Kabelfernsehen empfangen, sowie über den Lifestream auf
http://www.nrwision.de/programm.html
In der ersten Sendung ist der Düsseldorfer Tierpsychologe und geschätzte Kollege Jörg Tschentscher mein Gast. Wir unterhalten uns zum Thema Glück und Hund - Können Hunde Glück empfinden? Und wenn ja, was kann ich für das Hundeglück tun? Freuen Sie sich auf viele Informationen und Tipps, die nicht pauschal sind, aber hilfreich sein können…
Die Sendezeiten der ersten Sendung:
Dienstag 24.4.2012 – 23:20 Uhr
Mittwoch 25.4.2012 – 7:20 Uhr und 11:00 Uhr
Freitag 27.04.2012  - 0:00 Uhr, 8:00 Uhr und 11:00 Uhr
Samstag 28.04.2012 – 17:40 Uhr
Sonntag 29.04.2012 – 5:55 Uhr und 17:30 Uhr
Montag 30.04.2012 – 5:55 Uhr 

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Übrigens, mein neues Buch „Herz, Hirn, Hund“ ist frisch im Handel J

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