Freitag, 6. Januar 2012

Antiautoritäre Umfrage zum Nachdenken. Wie erziehen sich eigentlich Hunde?

(c) Thomas Riepe 2010

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es mein subjektives Empfinden ist, oder ein objektiver Eindruck. Auf jeden Fall glaube ich zu beobachten, dass unter den Menschen, die sich mit Hunden und “Hundeerziehung” beschäftigen, immer häufiger von “antiautoritärer Hundeerziehung” die Rede ist. Ohne dass ich eigentlich weiß, was das eigentlich sein soll. Gibt es so etwas überhaupt, oder endet die “Antiautorität” nicht schon, wenn ich dem Hund nicht erlaube, dass Haus ohne mich zu verlassen, ihn faktisch einsperre und in seiner Bewegungsfreiheit behindere? Endet Antiautorität nicht schon, wenn ich meinem Hund die Leine anlege - egal welchem “Erziehungsmodell” ich auch sonst folge?

Gern wird, wieder nach meinem subjektiven Empfinden, abschätzig von antiautoritärer Hundeerziehung gesprochen, wenn man sehr autoritäre bis aversive Erziehungsmethoden rechtfertigen möchte. Um diesem Phantom der antiautoritären Hundeerziehung auf den Grund zu gehen, betreibe ich zur Zeit einige Recherchen, die zu einem Artikel führen sollen, der sich näher damit beschäftigt. Er wird ca. Ende Januar hier zu lesen sein. Im Rahmen der Recherchen würde ich aber gern mal wieder die Leser dieses BLOGS um Mithilfe bitten. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir in der Kommentarfunktion die nachfolgenden Fragen einmal beantworten würden. Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Mitarbeit! 

1. Welche Grenzen setzen sich Ihrer Meinung nach die Vorfahren unserer Haushunde, die Wölfe, innerhalb eines freilebenden Rudels, welches sich als Familienverband darstellt (Elterntiere, ca. 2 - 3 Monate alte Welpen und ca. 2 - 3 Jungwölfe, geboren vor ca. 14 bis 15 Monaten). Und was bringen die Alttiere den Jungen gezielt bei? 

2. Weil ich weiß, dass viele sicher an dieser Stelle bemerken möchten, dass Wölfe keine Hunde sind, möchte ich die gleiche Frage stellen, die Wölfe jedoch gedanklich durch Haushunde ersetzen. Aber spezielle Haushunde:
Welche Grenzen setzen sich Ihrer Meinung nach Straßenhunde in Delhi (Indien), wenn Sie innerhalb einer Gruppe (einer “Gang”) von Hunden leben. Was wird den Mitgliedern der Gruppe verboten, was erlaubt. Und was bringen Alttiere Jungtieren gezielt bei? 

3. Bei der dritten und letzten Frage möchte ich Sie gern einmal bitten, falls Sie früher Erfahrungen damit gemacht haben, oder vielleicht aktuell sogar noch machen, an Bauernhunde zu denken, die frei auf einem Gehöft leben konnten oder können. Wenn zwei oder drei Hunde frei auf einem Gehöft leben und den Tag relativ selbstständig auf dem Hof und in der näheren Umgebung gestalten können, welche Grenzen setzen sich die Hunde untereinander - was erlauben sie sich und was verbieten sie sich gegenseitig? Und wenn Junghunde bzw. Welpen dabei sind, was bringen ältere Hofhunde den Jungen gezielt bei?


Ich würde mich über eine Teilnahme von Ihnen an dieser Befragung freuen, weil mir das bei der Recherche und Interpretation aus folgendem Grund weiterhelfen würde: Dadurch kann ich erfahren, wie andere das angesprochene hündische Verhalten einschätzen und ggf. einen Schluss ziehen, was Menschen für „normales“ oder „arttypisches“ Verhalten halten. Und vielleicht eine Erkenntnis finden, was man für autoritäres Verhalten unter Hunden hält…

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